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„Wetter und Verpflegung gut, Strand und Wasser ebenfalls“

Obwohl Erholungsurlaub schon seit der Industrialisierung gesetzlich geregelt war, wurde ein  Urlaub am Meer erst mit dem Wirtschaftsaufschwung im Europa der Nachkriegszeit für eine breite Masse möglich. Somit brauchte es Orte, die auch für alle leistbar und einfach erreichbar waren. Die Orte an der nördlichen Adria wurden die ersten Urlaubsdestinationen Europas die sehr populär wurden. Für die ersten UrlauberInnen präsentierten sich die zukünftig stark bereisten Badeorte noch als Fischerdörfer, ab den 1950er Jahren spielten diese Dörfer aber touristisch eine immer größere Rolle. Die Infrastruktur, die diese Art von Tourismus möglich machte, wurde innerhalb weniger Jahre geschaffen. Somit wird diese Region für viele österreicherische und deutsche UrlauberInnen die naheliegenste, preiswerteste Möglichkeit um einen Sommerurlaub am Meer zu verbringen.


Emanuel Nitsch, der als Kind selbst in Lignano und Bibione Urlaub gemacht hat, untersucht in seiner Arbeit die kollektiven Erinnerungen von UrlauberInnen. Gleichzeitig beschäftigt ihm die Frage, wie Urlaub funktioniert. Er reist mehrmals im Winter zurück an diese Orte und findet nahezu menschenleere Städte vor, die wie Kulissen auf ihre BesucherInnen und den Sommer warten. Die Geschäfte haben geschlossen, die Palmen sind mit Kunststofffolien verpackt und die Rollläden der Häuser sind heruntergelassen. Die standardisierte aber charmante Architektur der Pensionen und Hotels erzählt von den Zeiten in denen der Massentourismus das Stadtbild stark geprägt hat. Die Orte funktionieren nicht ohne ihre temporären BewohnerInnen.


In den Erinnerungen der UrlauberInnen existieren die Orte aber auch im Winter.

Nitsch führt in der Offseason Interviews mit UrlauberInnen an ihren Wohnorten und fragt sie nach ihren Erinnerungen. Daraus ergeben sich - obwohl die Befragten aus unterschiedlichsten Zeiten, Altersgruppen und sozialen Herkünften sprechen - Regelmäßigkeiten.